Erst die Figur verrät, wie groß ein Modell wirklich ist. Ein Panzer ohne Besatzung bleibt ein Exponat; der Richtschütze in der Luke macht daraus eine Szene mit Handlung. Modellbaufiguren gibt es in diesem Sortiment in zwei getrennten Größensystemen: in Verhältnismaßstäben von 1:350 bis 1:6, die exakt zu Fahrzeug-, Flugzeug- und Schiffsmodellen passen, und in Millimeterangaben von 28 bis 120 mm, die die Körperhöhe der Figur beschreiben und bei Wargaming-Armeen sowie Vitrinenfiguren üblich sind.
Dazu kommen Büsten als reine Porträtdisziplin und ein eigener Bereich mit Zurüstteilen, Ätzteilen und Decals. Wie sich die beiden Systeme unterscheiden und welche Größe zu Ihrem Vorhaben passt, lesen Sie weiter unten.
Eine Figur ist der Maßstabsvergleich, den das Auge sofort versteht. Sie zeigt die Höhe einer Panzerwanne, die Spannweite einer Tragfläche, die Weite eines Schiffsdecks. Zugleich ist sie die anspruchsvollste Maldisziplin im Plastikmodellbau: Gesichter, Hauttöne und Stofffalten verzeihen keine Abkürzung. Angeboten werden Spritzguss-Sätze, Resinabgüsse und feiner 3D-Druck – alle unbemalt und zum Zusammenbauen, bis auf einzelne fertig bemalte Sammlerstücke.
Die Angabe 1:35 bedeutet dieselbe Verkleinerung wie beim Fahrzeugmodell, die Figur passt also ohne Umrechnen ins Diorama. Ein Mensch von 1,75 m wird so 50 mm hoch, im Maßstab 1:48 rund 37 mm, im Maßstab 1:72 etwa 24 mm. Nach unten reicht die Reihe bis zu Decksbesatzungen von wenigen Millimetern, nach oben bis zu Figuren von rund 30 cm.
Bei Einzelfiguren nennt der Hersteller statt eines Verhältnisses die Körperhöhe in Millimetern – gemessen je nach Reihe bis zu den Augen oder bis zum Scheitel, weshalb die Umrechnung in einen Maßstab immer nur eine Näherung ist. 28 mm ist der Standard des Tabletop-Spiels, ab 54 mm beginnt die klassische Vitrinenfigur, die Sie wochenlang bemalen und danach wie ein Bild aufstellen.
Spritzguss-Sätze sind einsteigerfreundlich und verzeihen erste Versuche. Resin und 3D-Druck liefern schärfere Gesichtszüge und Faltenwürfe, brauchen aber Spülen, Sekundenkleber und eine ruhigere Hand. Wer nur das Porträt üben will, greift zur Büste.
Figuren zu Fahrzeug-, Flugzeug- und Schiffsmodellen – nach Verhältnismaßstab geordnet:
Einzelfiguren nach Körperhöhe, von der Spielfigur bis zum Porträt:
Beginnen Sie dort, wo Ihre Modelle stehen: Wer Panzer baut, fängt bei 1:35 an, wer Flugzeuge baut, bei 1:48, und wer einfach malen will, bei 54 mm.